...manchmal läuft nicht alles nach Plan, gelegentlich ist nur das WLAN schuld, deshalb gibt es heute zwei Tage zusammengefasst... und schlimmer noch, ich krieg kein Foto in den Blog... ich bin wenig begeistert darüber, aber besser als garnix, morgen gibt es alles hinterher...
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| ...leaving Tobermory... |
Heute (...mittlerweile gestern) beginnt der letzte Teil der Reise und er führt uns von
der Insel Mull auf die große britische Insel zurück. Dafür ging es vom Mishnish
etwa 200 m weiter und schon war man an der Fähre, die Punkt 11 Richtung
Festland ablegte. Nach einigen Kilometern (natürlich) Single Track Road, gab es
das einzige geplante Ziel heute : die Ardnamurchan Distillery. (ich übe das
Wort auch noch, aber es stammt von der Halbinsel, auf der sie liegt). Die Brennerei
gehört dem unabhängigen Abfüller Adelphi und ging im Sommer 2014 in die
Produktion, sprich es kann noch nichts geben, was sich Whisky nennen darf, da
ein Whisky 3 Jahre lang in einem Eichenfass gereift sein muß, um diesen Namen
zu tragen.
Die Führung durch die
Brennerei, die bis vor kurzem auch von einem deutschen Manager geleitet wurde,
war recht interessant. Ich war die einzige Person und der Guide konnte sich
darauf einstellen, mir nichts zu erzählen, wie das funktioniert, sondern was
hier besonders ist.
Bei
Ardnamurchan
versucht man durchaus hie
und da Alternativen auszuprobieren, die vom Standard abweichen. Interessant
z.B., die Reste vom Getreide, die aus der Mashtun übrig bleiben, werden in der
Regel zu Tierfutter verarbeitet, Ardmachuran möchte damit in Zukunft die
Brennblasen heizen, das hört sich nach einem Plan an... Zwei (10 cl) Flaschen
vom New Spirit, so heißt das Zeugs wenn es aus der Brennblase kommt und noch
kein Faß gesehen hat, durften ins Gepäck, der war nämlich recht lecker...
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| Im Warehouse von Ardnamuran |
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| Glenfinnan Monument |
Insgesamt waren heute ca. 275 km km zu fahren, die Hälfte davon
allerdings auf den berühmten Single Track Roads, was heißt, mindestens 4,5
Stunden insgesamt, wenn nix dazwischen kommt. Es kam nichts dazwischen, ich
hatte einen kurzen Halt am Glenfinnan Monument und wäre auch gerne noch zum
berühmten Bahnviadukt gelaufen... wenn es nicht gerade Hunde, Katzen und was
weiß ich noch geregnet hätte...
So ging es über Fort William weiter in die Whiskyhauptstadt
der Welt. Wer darüber Bescheid weiß, kann den folgenden Absatz einfach weiter
springen, wer nicht, dem kläre ich hier kurz auf, was es damit auf sich hat :
„Rome was built on seven hills...Dufftown ...was built on
seven stills...“
Stills = Brennblasen. Bevor alle Aktivitäten von
multinationalen Konzernen gelenkt wurden, gab es eine reichhaltige Vielfalt an
schottischen Brennereien, die sich hier und da auch konzentrierten..., da war
z.B. Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre mit zeitgleich etwa 30 Destillen in
einer Stadt von überschaubarer Größe ( 5,6-7 tausend Einwohner...).
Der Ruhm der Dufftown Distilleries stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende
von 1899-1900, William Grant lernte das Handwerk der Whiskybrennerei bei
Mortlach und machte sich später mit Glenfiddich und Balvenie selbstständig und
unsterblich. Die Zahl der Dufftown
Brennereien schwankt von Zeit zu Zeit, momentan sind es eher 6 als 7
Brennereien, aber man könnte die nicht weit entfernte Allt-A-Bhainne Distillery
dazu zählen und wäre bei 7 Brennereien... wenn man dann mag...
So, zurück zum Reisebericht, es gibt hier im Hause
Commercial Hotel Dufftown ein Wlan Problem, was mich hinderte, gestern irgendwas
zu veröffentlichen. Heute gibt es das Problem auch noch, aber ich werde mit dem
Laptop irgendwo hinlaufen, wo es klappt...
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| Glenlivet - Brennblasen |
Heute gab es ein Special Tasting bei Glenlivet. Die Tour war
leider die gleiche, wie sie jeder Tourist bekommt, ich hatte gehofft,
vielleicht mal den alten Teil der
Distillery kennenzulernen. Dem war nicht so, stattdessen gab es ein Tasting mit
etlichen Glenlivet Abfülungen, die man nirgendwo kaufen kann, darunter 25, 30
und 40jährige Abfüllungen. Alle waren sehr gut und zum Abschluss ging es ins
Warehouse und ein 1977’er kam ins Glas, direkt aus dem Fass....lecker war’s...
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| Die Hamburg/München/Berlin Vertretung in Dufftown |
Die Glenlivet Tour machte ich mit bekannten Hamburger Whisky
Kollegen, später trafen wir uns mit Kollegen aus München und besuchten die
Whisky Fair auf dem Hinterhof meines Hotels. Murray MacDavid war da und
verkaufte sich ganz gut, BenRiach ebenso wie Tomintoul, wo der Guide am Stand
war, der mich vor ein paar Jahren mal
zum Fan der Destille gemacht hat. Gesundheilich angeschlagen, aber schön, ihn
wieder zu sehen. Ein Teil unserer Truppe musste denn zum Adephi Tasting, was
wohl nicht so der Hit war, und um 17:30 startete das Cadenheads Tasting, was
gut war, aber auch genug für heute..., nein, ich bin jetzt ein wenig..., nicht
mehr nüchtern und werde morgen weiter berichten...